von Skjaldi
Islamkritisch könnte man sagen, dass der Islam nur erfunden wurde, um die arabische Halbinsel zu unterwerfen.
Soweit würde ich allerdings auch nicht gehen.
Sollte man im Prinzip auch nicht. Ich habe da einmal eine sehr schöne Abhandlung drüber gelesen, frag mich jetzt nicht nach dem Autor, aber er hat das Auftreten Mohammeds einmal gesellschaftlich analysiert und hat ein paar sehr schöne Parallelen zum damaligen Zerfall der Kultur und den Stammeskriegen unter einander herausgestellt. Und der Ausruf des Heiligen Krieges gegen die "Ungläubige" wurde auch nicht direkt von Mohammed in der Form ausgesprochen, wie er heute ausgelegt wird.
Einer seiner Nachfolger (ein Kalif, dessen Namen ich nicht mehr zusammenbekomme) hat ihn viel später in der heute interpretierten Härte ausgerufen und zwar zu einer zeit...tada, als sich die Stämme wieder zu bekriegen begannen und die Kultur unterzugehen drohte.
Ein gemeinsames Feindbild ist nun einmal ein recht simpler Weg ruhe in die eigenen Reihen zu bekommen. Siehe die Kreuzzüge, die im wesentlichen durch die Templer verstärkt wurden, weil sie mitunter die eigenen Pilger verkleidet überfielen, um einen Kriegsgrund zu haben. Und nein, ich habe nicht zu viel "Königreich der Himmel" geguckt, das sind Tatsachen, die auch so in den Chroniken der heutigen Templer festgehalten sind. Dort werden Namen von Templern aufgezählt, die nachträglich für diese Taten verstoßen wurden.
Und was ich mit der unterteilung zwischen mono- und politheistischen Religionen meinte scheint falsch angekommen zu sein. Sicher waren auch die nordischen Götter Rachsüchtig, aber nicht schlimmer als uns das AT über Gott informiert. Es ging mir um die großen Glaubenskriege zur Bekehrung der Ungläubigen. Den Politheisten ist es relativ wurst, wer wen anbetet. Die Germanen beteten z.B. vor der Schlacht auch oft genug zu den Göttern ihrer Feinde, denn ein Gott mehr auf der eigenen Seite ist besser als einer zu wenig.
Das man aber Menschen bekehren oder umbringen muss, weil sie ja im Irrtum sind, wenn sie nicht den eigenen Gott anbeten, das ist schon schräg. Und auch wenn es in den 10Geboten heißt: "Ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir.", steht da im Anhang nicht drin, dass die Priester jeden umbringen sollen, der nicht glaubt. Gott straft diese Ungläubigen schon selber laut der Bibel. Warum muss sich der Mensch dann da anmaßen das in die Hand zu nehmen? Das ist es, was ich meine.
@Darwin: Das mit den Putzigen Tugenden hast du ja auch bestätigt. Zumindest die Vernunft begabten Menschen teilen diese Tugenden, worum es mir ging ist, dass sie keines wegs eine Erfindung der Christen sind. Diese Tugenden oder ethischen Richtlinien und Regeln gelten schon recht lang in vielen alten Kulturen auf der ganzen Welt (Ausnahmen gibt es sicherlich immer), seit sich die Menschen aus der Anarchie erhoben haben und übereingekommen sind, dass es besser ist nach gewissen Regeln zusammen zu leben. SPO sagte da immer mein alter Philosophiementor. Pax, Securitas und Oeffentliche Güter: Das sind die Dinge, die Menschen brauchen um gut zusammen zu leben. Die 10Gebote stellen dies für den christlichen Kulturkreis sicher.
Man darf hierbei ja auch nicht ausser Acht lassen. Dass die Kirche in ihren Grundzügen nie ihre Macht abgeben wollte, um eben auch die weltlichen Herrscher gängeln zu können, wenn diese zu sehr das Volk quälten. Aber schwarze Schafe gibt es eben auch unter den Schäfern.
Bis demnächst