Sooo ... will ich auch in diese Suppe ein wenig Würze geben:
Meiner Ansicht nach ist zunächst mal der Glauben und damit auch die Ausübung seines Glaubens jedem Menschen überlassen, solange er diesen nicht auch anderen aufzwingen will.
Weiterhin ist Glaube nicht gleich Religion; Religion ist ein Kult, also Handlungen/Riten, Vorschriften/Regeln usw. einer Glaubensgemeinschaft - Glaube ist die persönliche Auffassung unerklärbarer Vorgänge im weitesten Sinne
Ich persönlich glaube an die Bibel, ebenso wie an Tora, Talmud und Koran und auch Lehren anderer Religionen, die ohne Heilige Schrift auskommen müssen

Aber was ich glaube, ist nicht, dass irgendein großer allmächtiger Kerl von oben auf uns herabsieht und lächelt, oder von mir aus auch, dass sich irgendeine Götterdynastie einen Spass daraus macht, unser Leben zu gestalten. Vielmehr bin ich der festen Überzeugung, dass Gott - ich werde jetzt einfach von einem einzelnen Gott schreiben, es geht jedoch nicht um einzelnes oder auch mehrerer Wesen, sondern vielmehr das Wirken derselben - zum einen hinter jedem wissenschaftlich unerklärbaren Vorgang und auch dem "Zufall" und zum anderen hinter dem, was einen Menschen antreibt, Hoffnung oder Trost spendet.
Zunächst zu diesem "Gott der Wissenschaft"; Wissenschaft kann nahezu alles erklären und durch große Bemühungen wird das Erklärbare - Gott sei Dank

- immer mehr, während das Unerklärliche stetig weniger wird (auch wenn sich hinter jeder neuen Erklärung neue Fragen verstecken, aber das führt jetzt zu weit

), aber das nicht Erklärbare hat meiner Meinung nach ein Gott geschaffen. Beispiele? Gerne: Die Physik kann das Universum bis zu einem Bestimmten Zeitpunkt einen unglaublich kleinen Augenblick nach seiner Entstehung erklären, aber woher es kommt oder warum es überhaupt entstanden ist kann niemand wissen, aber etwas - ein Gott - muss dazu geführt haben, dass es existiert, oder nicht? Ebenso Zufall; klar, statistisch gesehen wirst du mit zwei Würfeln wohl 7 Augen liegen sehen, doch wirfst du nur ein Mal, warum liegt dann zum Beispiel genau dieses eine Mal eine 2?
Dann noch dieser andere Teil mit Hoffnung, Mut und ähnlichem; darunter verstehe ich die Befriedigung unserer menschlichen Bedürftnisse nach einem Sinn, aber auch nach etwas, das uns manche Regeln einfacher verständlich machen kann ... Auf den Sinn will ich gar nicht großartig eingehen, den sucht jeder für sich selbst und manch einer findet ihn eben in den Erklärungen einer heiligen Schrift, oder den Lehren einer Religion. Das zweite bedarf dann schon eher einer Erklärung: Warum zum Beispiel sollte ich niemanden Töten? (Nicht, dass es jemand falsch versteht: Ich verachte Gewalt

) Da liefern uns doch Religionen eine gute Erklärung, "wenn du tötest, kommst du in die Hölle, also tus nich." So finden sich in Schriften und Lehren diverser Religionen (aber auch in manchen anderen Texten, Filmen, usw.) Regeln oder Beispiele, wie wir Menschen uns verhalten sollten (oder auch wie nicht

). Darunter fällt übrigens auch eine Erklärung für das Leben nach dem Tod, was mir jetzt zu ausführlich werden würde.
Diese zwei Punkte, also eine Erklärung für Unerklärliches und etwas, das die Person des Menschen zum "Guten" oder "Richtigen" führt/formt und antreibt, braucht jeder Mensch in unterschiedlichem Maße und jeder Mensch findet sie in seinem Glauben. Bei manchen mag das eine Religion übernehmen, bis hin zum Fanatismus, andere brauchen es so wenig - oder eher selektiv -, dass es ihnen so vorkommt, als gäbe es keinen Gott/bräuchten sie keinen Gott.
Ich hoffe ihr versteht, was ich meine. Gruß, Buschie